Raffi Derian AbbauKante | zwanzig-zehn
Konzept / Informationen
Der Abriss von Ortschaften und die Umsiedlung von tausenden Menschen gehören zu den extremen Auswirkungen der Braunkohle-Förderung.
Im Rheinland fressen sich die riesigen Schaufelrad-Bagger der drei Groß-Tagebaue eines Stromerzeugers durch die Landschaft und tragen den Boden im großen Stil ab, um Braunkohle zu fördern, leider machen sie selbst vor größeren Orten keinen Halt. Als Bewohner hat man keine Chance dieses nahende gigantisch-dimensionierte Loch zu ignorieren oder Widerstand zu leisten. Im Extremfall kann es sogar zur Enteignung kommen.
Zwölf Ortschaften mit ca. 8000 Menschen werden dem Tagebau Garzweiler II bis 2045 weichen. Alte, gewachsene Dörfer mit langer Geschichte, Kirchen, denkmalgeschützten Bauten werden abgerissen, Bewohner entschädigt und umgesiedelt. Ihre Heimat verschwindet endgültig und wird sprichwörtlich "verheizt". Die verschachtelt gebauten Dörfer werden durch neu-konstruierte Ortschaften mit Einfamilienhaus-Ästhetik ersetzt, alte Orts- und Straßen-Namen, mit dem Zusatz -neu, übernommen.
Dem eigentlichen Abriss, der sog. Schleifung, geht eine jahrelange Verwaisung voraus. Es entstehen Geisterdörfer, in denen noch wenige Menschen leben.
Die Arbeit widmet sich den Menschen in den Dörfern an der Abbaukante, die von der Vertreibung betroffen sind und begleitet einige von ihnen über mehrere Monate.
Art und Umfang Buch
| Abschluss | Diplom (Kommunikationsdesign) |
| Studienrichtung | Foto |
| Betreut durch | Prof. Walter Sack
Axel Finke |
| info@derianfoto.com | |
| www | http://derianfoto.com |

