Daniel Gerken — LINIE 102
Konzept
Margret, 43, fährt den Nachtbus in die kleinen Dörfer am Rande einer Großstadt. Als eine Gruppe betrunkener Mädchen im Bus randaliert, greift Margaret ein. Um die Situation unter Kontrolle zu bekommen setzt sie eines der Mädchen, das obendrein ohne gültigen Fahrausweis unterwegs ist, an einer beleuchteten aber einsamen Haltestelle vor die Tür.
Eine folgenschwere Aktion. Kurze Zeit später erfährt Margret, dass die minderjährige Jessica an der nächtlichen Haltestelle vergewaltigt wurde. Margret wird vom Dienst suspendiert.
Viel schlimmer als die dienstlichen Konsequenzen aber sind die Schuldgefühle, mit denen Margret sich fortan quält - zumal sie selbst eine Tochter in Jessicas Alter hat. Ununterbrochen sieht sie sich mit ihrer Handlung konfrontiert. In ihrem direkten Umfeld und selbst in der eigenen Familie sind die Lager gespalten. Mal bemitleidet, mal beschuldigt man sie. Helfen aber kann ihr niemand.
Margret isoliert sich immer mehr. Sie beginnt sich selbst zu bestrafen, indem sie sich beim Schwarzfahren erwischen lässt. Sie setzt sich des Nachts an der einsamen Haltstelle aus. Doch das erhoffte Gefühl der Erlösung bleibt aus.
Erst die direkte Konfrontation mit Jessica macht Margret klar, dass nichts diese Nacht ungeschehen machen kann. Diese schwere Erkenntnis bringt sie dazu, ihr eigenes Leben wieder in die Hand zu nehmen.
Informationen
- Art und Umfang Kurzfilm, 22 Min.
- Abschluss Diplom (Kommunikationsdesign)
- Studienrichtung Kamera
- Betreut durch
- www http://www.linie102.de
